Wer an eine Urlaubsreise nach Afrika denkt wird mit Wahrscheinlichkeit nicht gleich an den Sudan denken. Dahinter präsentiert sich das drittgrößte Land Afrikas aber unerwarteterweise als unglaublich vielseitiges, geschichtsträchtiges und überaus gastfreundliches Land. Wussten Sie zum Beispiel, dass es im Sudan mehr Pyramiden als in Ägypten gibt? Diese sind zwar nicht ganz so groß wie die in Ägypten, bestechen aber mit Ihrer ganz eigenen Schönheit und einem unverkennbaren Stil.

Der Sudan wird auch das „Land der schwarzen Pharaonen“ genannt, da es kulturell und religiös nicht nur viele Gemeinsamkeiten mit seinen Nachbarn im Norden hatte, sondern selbst über einen Zeitraum das mächtige Ägypten beherrschen konnte. Der Lauf der Geschichte war für den Sudan schon immer von dramatischen Wechseln und seiner Schlüsselposition zwischen der arabischen und der afrikanischen Welt bestimmt. Entlang des fruchtbaren Nilufers entstanden mehrere Hochkulturen deren Zeugnisse wir noch heute auf einer Reise durch die Jahrtausende entdecken können. Seien es die faszinierenden Pyramiden von Meroe und Karima, die Kirchenruinen des christlichen Königreiches Makuria in der verlassenen Hauptstadt Alt-Dunqula oder die Hafenstadt Suakin, die auch Venedig des Roten Meeres genannt wird.

Wer die Ruhe der Wüste liebt kann sich sogar zwischen zwei ganz verschiedenen entscheiden. Die nubische Wüste welche vom Nil bis zum roten Meer reicht ist eher Flach und steinig, während die westlich vom Nil gelegene libysche Wüste von mächtigen Sanddünen und kleinen Oasenstädten geprägt ist. Das rote Meer selbst ist bei Tauchern schon lange kein Geheimtipp mehr. Wer aber die überfüllten Tauchreviere Ägyptens meiden und trotzdem grandiose Unterwasserwelten kennenlernen will, ist hier genau richtig. Zu guter Letzt sind es aber auch die Menschen des Sudans, die in Ihrer Gastfreundschaft unübertroffen sind und wie ein krasses Gegenstück zur lebensarmen Wüste wirken.

Der Sudan ist vielleicht kein Reiseziel für jedermann, wer aber einmal hier war wird begeistert sein.

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Alle Reisen mit dem Reiseziel Sudan

  • Studienreise in den Sudan - Im Land der Schwarzen Pharaonen

    11-tägige Studienreise mit Übernachtungen in Mittelklassehotels

    • Gruppenreise
    • Flug inkl.
    Pyramiden von Meroe

    Sudan – Land der schwarzen Pharaonen. Eine spannende Reise in die Wüste, zu den Pyramiden von Meroe und vergessenen Pharaonen erwartet Sie.

    Dauer
    11 Tage
    Reiseziel
    Sudan
    Reisethema
    Kultur
    Komfort
    ●●●○○
    Kondition
    ●○○○○
    Preis (ab): 3450

Reisebausteine im Sudan

  • Reisebaustein "Red Sea State"

    6-tägiger Reisebaustein im Sudan

    • Privatreise
    Am Ufer des Roten Meers

    Erleben Sie mit uns den faszinierenden Red Sea State im Anschluss an Ihre kulturhistorische Reise durch die Wüsten des Sudan. …

    Dauer
    6 Tage
    Reiseziel
    Sudan
    Reisethema
    Erholung
    Komfort
    ●●●○○
    Kondition
    ●○○○○
    Preis (ab): 2200

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Unterkünfte im Sudan

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Allgemein

Das drittgrößte afrikanische Land ist auch bekannt unter der Bezeichnung „das Land der schwarzen Pharaonen“. Dies geht auf das Reich der Nubischen Könige oder das Reich Kusch, zurück. Das Reich umfasste den nördlichen Teil des Sudans und den südlichen Ägyptens. Daher gibt es im Sudan mehr Pyramiden als in Ägypten. Das Reich der Nubier war ursprünglich sogar mächtiger als das Reich der ägyptischen Pharaonen. Durch seine Größe ist der Sudan ein sehr vielfältiges Land, dies zeigt sich nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Geographie des Landes.

Geografie

Der Sudan grenzt im Norden an Ägypten, im Osten an das Rote Meer, Eritrea und Äthiopien, im Süden an den Südsudan, im Südwesten und Westen an die Zentralafrikanische Republik, Tschad und Libyen. Die 1.886.068 km² Fläche des Landes erstreckt sich zwischen dem 22 und 38 ° östlicher Länge und dem 3 und 23 ° nördlicher Breite. Geografisch gehört der Sudan zu Nordafrika, sowie auch zu Ost- und Zentralafrika. Eines der interessantesten Naturschauspiele passiert in Khartum, wo sich der weiße Nil und der blaue Nil miteinander vereinen sich. Der Nil wird im Norden, an der Grenze zu Ägypten zum Nubiasee (auf ägyptischer Seite zum Nassarsee) gestaut. Der südliche Teil des Sudans gehört noch zu der Sahelzone, wohingegen der nördliche Teil schon von der Sahara dominiert wird. Der Nil zieht dabei die Grenze zwischen der libyschen Wüste auf der westlichen Seite und der östlichen Nubischen Wüste. Im Nordosten hat der Sudan einen Rund 850 km langen Küstenabschnitt zum Roten Meer hin. Der höchste Berg ist der Vulkan Marra, mit einer Höhe von 3.042 m, im Westen des Landes.

Klima

Das Klima im Sudan zieht sich von der ariden Sahara im Norden zu den semiariden Savannengebieten im Süden. Dies bedeutet, dass es im Norden heiß und trocken ist während es im Süden zwischen Regen- und Trockenzeiten schwank. Während der Sommermonaten sind dort Temperaturen bis zu 50 °C möglich. Im Winter wird es etwas kühler, wobei die Trockenheit bleibt. Am roten Meer herrscht ganzjährig eine mäßige bis starke Luftfeuchtigkeit, bei gleichzeitig hohen Temperaturen. Hier ist die Hauptregenzeit im Juli und August. Zwischen Oktober und März sinken die Temperaturen und es ist angenehm kühl. Im zentralen Gebiet des Sudan ist es in den Monaten von April bis Juni tagsüber feuchtheiß, während es in der Nacht etwas abkühlt. Ab Juli gibt es zahlreiche Regenfälle, Ende Oktober nehmen diese ab und es wird wieder trocken und kühler mit bis zu 25 ° C. Im Süden ist es zwischen November bis Februar angenehmen warm und trocken, zwischen März und Oktober fällt Regen.

Gesellschaft und Politik

Seit der südliche Teil des Sudans 2011 zum unabhängigen Staat Südsudan geworden ist, ist der Sudan nicht mehr das größte Land auf dem afrikanischen Kontinent. Trotzdem hat der Sudan zirka 39,16 Millionen Einwohner, davon leben ungefähr 8 Millionen in der Drei-Städte-Agglomeration, welche aus der Hauptstadt Khartum, Omdurman und Khartum-Nord besteht. Die geläufigste Sprache im Sudan ist arabisch, Englisch wird teilweise als Handelssprache verwendet. Zusätzlich dazu werden hamitische, nilotische und sudanesische Dialekte gesprochen. Der Sudan ist muslimisch geprägt und die meisten Sudanesen gehören den Sunniten an, zudem ist der Islam inzwischen die Staatsreligion des Landes. 25 Prozent der Bevölkerung sind Anhänger von Naturreligionen. Seit 1989 wird die islamische Republik von einer Militärregierung verwaltet. Der Präsident ist Omar Hassan Ahmad al-Bashier.

Infrastruktur

Die meisten Straßen im Sudan sind nicht befestigt und nur während der Trockenzeit befahrbar. In Khartum und Omdurman gibt es auch asphaltierte Straßen. Das Stromnetz ist veraltet und es ist mit Stromausfällen zu rechnen. Obwohl es im Land große Energiereserven gibt, sind viele Gebiete noch nicht an die Stromversorgung angeschlossen. Da der Sudan bisher abhängig von seinen Erdöl-Ressourcen war, und die Regierung dies ändern möchte, wurde 2009 der Merowe-Staudamm etwa 400 km nördlich von Khartum gebaut. Der Damm liefert einen Teil des Stroms für dir Hauptstadt und die Hafenstadt Port Sudan. Der Mobilfunk ist weit im Land verbreitet, im Gegensatz zum Internet. Dies ist meistens nur in Internetcafés in größeren Städten zu finden.

Sicherheit

Durch die aktuelle politische Lage im Sudan gibt es gegebenenfalls Störungen der öffentlichen Ordnungen. An der Grenze zu Äthiopien im Dinder Nationalpark kam es in der Vergangenheit zu Auseinandersetzung zwischen extremistischen Gruppen und der sudanesischen Regierung. Es wird auch vor Reisen in den Süden des Landes, insbesondere die Region Südkordofan, abgeraten. Aufgrund der anhaltenden militärischen und politischer Spannung ist dieses Gebiet nicht für Reisende geeignet. Insgesamt herrscht im Sudan eine erhöhte Terrorismusgefahr, daher bieten wir Reisen in den Sudan nur unter Vorbehalt und unter vorheriger Prüfung der aktuellen Sicherheitslage an.

Bildnachweis

Titelbild: Francesca Ercoli