Der Mkomazi-Nationalpark im Nordosten Tansanias ist den meisten Reisenden noch unbekannt und daher ein echter Geheimtipp. Die abwechslungsreiche landschaftliche Umgebung, die von offener Savanne, majestätischen Affenbrotbäumen, Fieberakazien und vereinzelten Hügelketten bestimmt wird, sorgt für wunderschöne Motive, welche die Herzen aller Hobbyfotografen höherschlagen lassen. Die Wildtierdichte des Mkomazi, welcher zusammen mit dem kenianischen Tsavo- Nationalpark ein Ökosystem bildet, ist zwar nicht ganz so hoch wie beispielsweise in der Serengeti, dennoch können auch hier viele tolle Beobachtungen gemacht werden. Wer am liebsten die Natur ganz intim erleben und auch mal eine mehrtägige Wandersafari unternehmen will ohne von dutzenden anderen Safari-Autos umgeben zu sein, ist im Mkomazi-Nationalpark goldrichtig aufgehoben und kann die wunderschöne Tier- und Pflanzenwelt vollkommen ungestört genießen.

Integrierte Wildschutzreservate

Der Mkomazi-Nationalpark verfügt über zwei integrierte Wildschutzgebiete für die vom stark gefährdeten Afrikanischen Wildhunde sowie die Spitzmaulnashörner, wobei letztere aus dem südafrikanischen Addo-National-Park über eine Luftbrücke transportiert wurden um diesen nach und nach wieder in den Mkomazi-Nationalpark einzugliedern. Über das andere Wildschutzprogramm wurden im Nationalpark in den letzten Jahren über zwei Dutzend Wildhunde wieder ausgewildert.

Tiervielfalt

Neben den Afrikanischen Wildhunden und den Spitzmaulnashörnern leben im Mkomazi-Nationalpark eine Vielzahl unterschiedlichster Spezies. Der Park beheimatet neben Elefanten, Zebras, Giraffen, Schabrackenschakalen, Kuh- sowie Elenantilopen und Büffel auch unterschiedliche Arten von Greifvögeln, wie beispielsweise Kronenadler oder Weber. Außerdem lassen sich während einer Safari die berühmten Sekretäre entdecken, aber auch unzählige Rabenvögel, Störche und Baumhopfe.

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Der Mkomazi-Nationalpark besteht aus den Wildreservaten Mkomazi und Umba. Er umfasst eine Gesamtfläche von insgesamt 3.276 Quadratkilometer, wobei sich der Park von Nordwesten bis Südosten über knapp 130 Kilometer erstreckt. Die Höhe des Nationalparks reicht von etwa 230 bis 760 Meter, wobei einige Berge im Westen, wie beispielsweise der Maji Kununua mit 1.594 Metern oder der Kinondo mit 1.620 Metern deutlich herausragen. Der Nationalpark befindet sich in den Regionen des Mount Kilimandscharo und der Stadt Tanga, ist 112 Kilometer (etwa zwei Autostunden) von Moshi und 550 Kilometer von Dar-es-Salaam, der ökonomischen Hauptstadt Tansanias entfernt. Im Norden grenzt der Mkomazi an den Tsavo-West-Nationalpark in Kenia an und bildet mit diesem ein gemeinsames Ökosystem.

Die Geschichte des heutigen Mkomazi-Nationalparks begann bereits im Jahr 1951, in welchem das Gebiet erstmals als Wildreservat gekennzeichnet wurde. Ursprünglich war es den Hirten vom Volk der Parakuyo, welche mit den Masai verwandt sind, erlaubt auf dem Gebiet weiterhin ihre Herden im Ostteil des Reservats weiden zu lassen. Nachdem aber immer weitere Menschen mit Ihren Herden in das Gebiet migrierten, drohte das ökologische Gleichgewicht zu kippen und so wurden in den 80er Jahren Zwangumsiedlungen veranlasst. Seitdem ist der Mkomazi von menschlichem Einfluss befreit, was zu einer Regeneration vieler Tierpopulationen führte. Der Naturschutz sowie die Erhaltung des Gebietes spielten eine zunehmende Rolle – 2008 wurde der Mkomazi-Nationalpark gegründet. Fortan wurde das Bewusstsein über Naturschutz dank der sogenannten Tanzania National Parks Authority (TANAPA), die beispielsweise Gesetze und Regulationen für Nationalparks erlässt, verschärft. Kritiker bemängeln die Unrechtmäßigkeit der Umsiedlung, und das die Einnahmen durch den Nationalpark nicht ausreichen um die ansässige Bevölkerung angemessen zu unterstützen. Bis heute gilt der Mkomazi-Nationalpark als Exempel für erfolgreiche Regeneration von Naturräumen aber auch für rücksichtslose Sozialpoltik.

Der Name des eher weniger bekannten Mkomazi-Nationalparks ist auf die Sprache der Pare zurückzuführen und bedeutet „Wasserquelle“. Die Pare sind eine Völkergruppe, die in der Umgebung des Kilimandscharo im Pare-Gebirge leben. Die bezeichnete „Wasserquelle“ bezieht sich auf den Umba-Fluss, der entlang der südöstlichen Grenze des Mkomazi-Nationalparks fließt. Der Fluss sowie andere Wasserstellen sind für die im Park beheimateten Säugetiere lebensnotwendig und sehr anziehend für eine Vielzahl verschiedener Tierarten. Während einer Pirschfahrt im Geländewagen oder einer Wandersafari treffen Reisende beispielsweise auf Elefanten, Zebras, Giraffen, Schabrackenschakalen, Kuh- sowie Elenantilopen und Büffel. Ornithologen sollten zudem Ausschau nach den rund 450 Vogelarten des Mkomazi halten, die zum einen unterschiedliche Arten von Greifvögeln umfassen: Die Kronenadler, die größten Adler Afrikas, der Kampfadler oder den berühmten Sekretären. Zum anderen wird der Park von diversen Spechtvögeln und Webervögeln beheimatet. Dazu fühlen sich hier verschiedene Rabenvögel, zahlreiche Störche ebenso wie der Baumhopf zu Hause. Letztere ist eine endemische Vogelart, die gerne in Bodennäheauf Insektenjagd geht.

Der Park ist der einzige Tansanias, in dem sich Ihnen mit etwas Geduld die Chance bietet, die langhalsige Giraffengazelle (auch bekannt unter dem Namen Generuk), die Oryx-Antilope und den Kleinen Kudu zu entdecken. Außerdem beheimatet der Nationalpark im Nordosten Tansanias die seltenen Spitzmaulnashörner sowie die Afrikanischen Windhunde. Innerhalb des Nationalparks existieren zwei Wildschutzgebiete – das „Mkomazi Rhino Sanctuary“, das für die Rehabilitation des Nashorns essentiell ist und für Besucher unzählige Möglichkeiten bieten, diese Tiere zu beobachten und mehr über sie zu erfahren. In dieses Schutzgebiet werden aus dem südafrikanischen Addo-National-Park Nashörner über eine Luftbrücke transportiert und nach und nach in den Mkomazi-Nationalpark integriert werden. Das „Wild Dog Capture and Translocation Programme“ ist das zweite integrierte Wildschutzgebiet im Nationalpark, durch welches bereits über zwei Dutzend Wildhunde in die lokale Natur wieder eingegliedert worden sind.

Charakteristisch für die Vegetation des Mkomazi-Nationalparks ist die Trockensavanne, die mit majestätischen Baobabs und Fieberakazien bewachsen ist. Zudem ist die Hälfte der in dem Reservat wachsenden Pflanzenarten endemisch. Hügelketten und vereinzelte kleine Granitfelsen runden das Bild einer facettenreichen Landschaft perfekt ab. Bei sehr guter Sicht kann von erhöhter Position sogar der Kilimandscharo am Horizont ausgemacht werden. Mit einem Auto fahren Reisende vom Kilimandscharo Airport etwa 150 Kilometer über den gut ausgebauten und geteerten Dar-Arusha-Highway, der ab der Stadt Same in eine sieben Kilometerlange Piste übergeht und zum Eingangstor führt (insgesamt etwa 3h Fahrtzeit). Alternativ besteht auch die Möglichkeit mittels einem privaten Flug von Arusha aus zum Kisika Flugfeld den Nationalpark zu erreichen.

Die Besucher der Nationalparks haben neben Pirschfahrten, Vogelbeobachtungen und geführten Wanderungen die Chance, das Spitzmaulnashorn-Wildschutzgebiet zu besichtigen. Dies ist aber nur gegen Voranmeldung und bei Aufenthalten von mindestens 3 Tagen möglich. Der Mkomazi-Nationalpark eignet sich wunderbar als Safari-Zwischenstopp auf dem Weg in die malerischen Usambaraberge, die zu herrlichen Wanderungen einladen. Für alle die Safar mit Stand kombinieren wollen, bietet sich an der nördlichen Küste Tansanias der Küstenort Pangani an. Dieser verfügt über traumhafte Strände und ist eine wunderbare Alternative für alle denen Sansibar in der Hochsaison zu voll und zu touristisch ist.

Der Mkomazi-Nationalpark ist ganzjährig zu bereisen, wobei während der Hauptregenzeit (März– Mitte Mai) eine Safari eher weniger zu empfehlen ist, da Tiersichtungen erheblich erschwert sind – Die ideale Reisezeit für den Mkomazi-Nationalpark ist der Zeitraum von Anfang Juni bis in den November.