Der rund 1000 km² große Ruwenzori-Nationalpark umfasst die drei höchsten Berge Ugandas. Eine Wanderung in den sogenannten Mondbergen ist eine echte Herausforderung und belohnt mit fantastischen Landschaften und unvergesslichen Naturerlebnissen. Sie führt vom Regenwald über neblige Hochmoore, vorbei an Wasserfällen und Seen bis auf gletscherbedeckte Gipfel. Hier besteht die einzigartige Möglichkeit, in direkter Äquatornähe über schneebedeckte Flächen zu wandern.

Märchenhafte Landschaften

Die Faszination des Ruwenzori-Gebirges geht vor allem von seinen beeindruckenden und fremdartigen Landschaften aus. In ständigen Nebel gehüllt, scheint die mystische Vegetation von moosbehangenen Wäldern, Riesensenezien und Lobelien einem Science-Fiction-Film zu entspringen.

Dichteste Vegetation

Der Ruwenzori gilt als vegetationsdichtestes Gebiet der Erde. Bis zu einer Höhe von 3000 m werden die Berge von dichtem, tropischem Feuchtwald beherrscht. Darüber folgt eine Baumheidezone. Zwischen 3800 m und 4500 m ist die Landschaft von Riesenlobelien und Riesensenezien geprägt, die teils auf offenem Moorland stehen. Auf allen Vegetationsstufen findet sich ein dichter Teppich von Moosen und Flechten.

Mehr Informationen zum Ruwenzori-Mountains-Nationalpark

Das Ruwenzori-Gebirge, auch bekannt als Mondberge, befindet sich im Südwesten Ugandas entlang der ugandisch-kongolesischen Grenze und in direkter Nachbarschaft zum Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo. Der Nationalpark, der das 120 km lange und 48 km breite Ruwenzori-Gebirge schützt, wurde 1991 gegründet und dank seiner außergewöhnlichen Naturschönheit 1994 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt.
Der Nationalpark beheimatet über 70 Säugetierarten und 217 Vogelarten, darunter neunzehn endemische. Zu den heimischen Säugetieren zählen mehrere Primatenarten, unter anderem Schimpansen, Elefanten, verschiedene Antilopen und Leoparden. Ab und zu lässt sich das urzeitlich anmutende Dreihorn-Chamäleon entdecken.

Entstehung des Ruwenzori-Gebirges

Das Ruwenzori-Gebirge wurde im Zuge eines Auffaltungsprozesses am Randes des Ostafrikanischen Grabenbruchs geformt, wobei seine heutige Form vor allem durch Erosionsvorgänge geprägt wurde. Es ist der höchste Gebirgszug Afrikas und umfasst mit der im Mount-Stanley-Massiv gelegenen Margherita-Spitze (5109 m) die höchste Erhebung in Uganda sowie den dritthöchsten Berg Afrikas. Mit dem Mount Speke und Mount Baker befinden sich auch Afrikas viert- und fünfthöchste Erhebungen im Ruwenzori-Gebirge. Zum Teil sind die Berge noch eisbedeckt.

Die ersten europäischen Besucher der Mondberge

Schon die alten Griechen berichteten von schnee- und eisbedeckten Bergen, aus denen der Nil entspringt. Es war Ptolemäus, der den noch heute bekannten Begriff der „Mondberge“ erstmals in einer vor 1800 Jahren veröffentlichten Landkarte nutzte. Bis ins späte 19. Jahrhundert hatte dieses Gebirge in Europa jedoch den Status einer Legende, denn kein Europäer hatte es bis dato selbst zu Gesicht gekriegt. Im Jahr 1876 sah Henry Morton Stanley auf einer Expedition den Gebirgszug erstmals aus der Ferne, wobei er ihn jedoch erst 1888 auf einer weiteren Reise als solchen erkannte. Erstmals mit einer großen Expedition erkundet und vermessen wurde das Gebirge 1906 vom Italiener Luigi di Savoia, der die ersten und noch heute gültigen Karten anfertigte. Als das Gebirge Ende des 19. Jahrhundert erstmals von Europäern besucht wurde, umfasste es sechs vereiste Gipfel: Mount Speke, Mount Gessi, Mount Stanley, Mount Emin Pascha, Mount Luigi da Savoia sowie Mount Baker. Heute findet sich nur noch auf drei Gipfeln Eis, wobei Mount Stanley der einzige unter ihnen mit ausgedehntem Gletschervorkommen ist.

Innerhalb des Ruwenzori-Schutzgebietes befinden sich über 20 Seen, unter anderem der am Central Circuit gelegene Mahoma-See.

Beste Reisezeit

In der Sprache der lokalen Bakonjo-Bevölkerung bedeutet „Rwenzori“ so viel wie „Regenmacher“. Eine passende Bezeichnung, wenn man bedenkt, dass es an 320 Tage des Jahres regnet und der durchschnittliche Jahresniederschlag 3000 mm beträgt. Für eine Bergbesteigung eignen sich daher die trockensten Monate Dezember bis Februar am besten. Hierfür ist eine gute Bergausrüstung und bei Gipfelbesteigung eine Gletscherausrüstung absolut notwendig. Oberhalb von 3000 m fallen die Temperaturen nachts bis auf den Gefrierpunkt, ab einer Höhe von 4400 m kommen auch Schneefälle vor.

Anreise

Von Kampala aus kann man den Ruwenzori-Mountains-Nationalpark über Fort Portal oder Mbarara erreichen. Ausgangspunkt für die Organisation der Bergbesteigung ist die 433 km von Kampala entfernte Kleinstadt Kasese, die am Südostrand des Gebirges liegt. Den Startpunkt für die tatsächliche Besteigung bildet das kleine Dorf Nyakalengija, welches 20 km von Kasese entfernt liegt.