Burkina Faso – „das Land der aufrichtigen Menschen“. So wird das Land in den beiden Hauptsprachen des Landes Mòoré und Dioula seit 1984 genannt nachdem es als „Obervolta“ die Unabhängigkeit erlangte.

Das zentrale Binnenland liegt im Herzen Westafrikas und ist vielen als Reiseland unbekannt, denn seine wundervolle Schönheit wird erst bei einem genaueren Blick sichtbar. Der neugierigen Besucher wir begeistert sein von den dramatischen Landschaften, welche mit faszinierenden Gebirgszüge und traumhaft schöne Wasserfällen begeistern, der Freundlichkeit der Menschen und der Vielfalt seiner Kulturen. Die Freundlichkeit der Burkinabé, wie die Einwohner Burkinas heißen, ist über die Landesgrenzen bekannt und steht im genauen Gegensatz zu der teilweise unwirtlichen anmutenden Umwelt. Sie pflegen eine überaus sympathische Natürlichkeit im Umgang mit Fremden, wie er in anderen, stark von Touristen frequentierten Gegenden Afrikas leider schon verloren gegangen ist. Wer sich für Menschen und unbekannte Kulturen begeistern kann, wird in Burkina ein wahres Juwel finden.

Neben den beiden größten Städten Ouagadougou und Bobo-Dioulasso wird man vor allem im Südwesten des Landes eine unglaubliche Vielfalt an Völkern mit ihren eigenen unverwechselbaren Eigenheiten finden. Bei einem Besuch von Bobo-Dioulasso, empfiehlt sich vor allem der Besuch der traditionellen Altstadt mit dem Namen Kibidwé, die auch eine der schönsten aus Lehm gebauten Moscheen Afrikas beheimatet. Wer sich an einem Freitagmorgen in der Hauptstadt Ouagadougou aufhält kann bei einem traditionellen Ritual im Moro-Naba Palast den Kaiser der Mossi, Burkinas größter Volksgruppe, die sich lange Zeit gegen Missionierung und Kolonialisierung gewährt hatte, begegnen. Die Burkinabé sind ein äußerst kunst- und musikliebendes Volk und so wundert es nicht, dass einige sehr bedeutende internationale Musik- und Filmfestivals, aber auch traditionelle Maskenfestivals im Land stattfinden.

Ein weiteres Highlight ist übrigens auch das „Operndorf Afrika“ ein Projekt, dass vom verstorbenen deutschen Regisseur Christoph Schlingensief ins Leben gerufen wurde. Wer aber denkt, dass Burkina nur etwas für Kulturinteressierte ist, irrt gewaltig, denn das Land verfügt auch über einige sehr schöne Nationalparks mit einer für westafrikanische Verhältnisse unglaublichen Tierreichtum. Besonders der Nationalpark „W“ und der Arly-Nationalpark an der Grenze zu Benin und dem Niger sind für Ihre große Artenvielfalt bekannt. So finden sich hier nicht nur Elefanten, Büffel und verschiedene Antilopenart, sondern auch Flusspferde, Krokodile, Leoparden und der akut vom Aussterben bedrohte Westafrikanische Löwe.

Burkina Faso ist eine perfekte Destination für erfahrene Afrikareisende, die den Kontinent von einer authentischeren und weniger touristischen Seite erleben wollen, aber auch für Afrika-Neulinge, denen kein Abenteuer zu aufregend ist und die keine allzu hohen Komfort-Ansprüche pflegen.

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Allgemein

Der Name Burkina Faso ist ein Mischwort aus den Sprachen Moré und Dioula und bedeutet übersetzt „Das Land der aufrichtigen Menschen“. Das westafrikanische Land am südlichen Rand der Sahelzone hieß nach der Unabhängigkeit von Frankreich zunächst „Obervolta“, nach dem gleichnamigen Fluss, wurde aber im Jahr 1984 vom Revolutionsführer Thomas Sankara umbenannt. Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, gilt aber als relativ stabiles Land das zudem über eine enorme kulturelle und ethnische Vielfalt verfügt. Die Burkinabé, wie man die Einwohner des tropischen Landes nennt, sind bekannt für Ihre Liebe zur Kunst und Musik. Einige der bedeutendsten Film-, Theater- und Musikfestivals finden alljährlich in Burkina Faso statt.


Geografie

Mit einer Fläche von 267.950 km² ist Burkina Faso etwas größer als Großbritannien. Das tropische Land liegt zwischen dem dem 9. und dem 15. nördlichen Breitengrad sowie zwischen dem 5. Grad westlicher und dem 2. Grad östlicher Länge. Das zentralste aller westafrikanischen Länder grenzt im Süden an die Elfenbeinküste, Ghana, Togo und Benin, im Osten an den Niger und im Westen sowie Norden an Mali. Burkina Faso ist ein Binnenland und besitzt daher keinen Zugang zum Meer. Landschaftlich ist Burkina weitgehend von einer flachen Hochebene geprägt aus der aber immer wieder kleinere Inselberge, Felsketten und freistehende Granitfelsen hervorragen. Die wichtigsten Flüsse sind die drei Oberläufe des Voltaflusses, die schwarzer, weißer und roter Volta genannt werden und sich in Ghana zu einem Fluss vereinen. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Flüsse die zu Zwecken der Energieversorgung zu Seen gestaut wurden. Während der südwestliche Teil des Landes sehr vegetationsreich ist, nimmt sowohl die Vielfalt als auch die Üppigkeit der Vegetation nach Norden rasch ab, wobei der äußerste Norden bereits stark von Desertifikation betroffen ist. Um dieser Einhalt zu gebieten wurden seit Ende der 90er Jahre über 25 Millionen Bäume gepflanzt. Der Einfluss von Trocken- und Regenzeit, aber auch des Klimawandels lässt sich an der Vegetation im ganzen Land gut nachvollziehen.


Klima

Burkina unterliegt tropischem Wechselklima. Der sogenannte Harmattan bringt warme trockene Luft aus dem Norden, und wechselt sich mit dem westafrikanischen Monsun, der mildere und feuchte Luft vom Atlantik bringt, ab. Das bedeutet, dass es anders als in Europa oder dem südlichen Afrika keinen klassischen Sommer bzw. Winter gibt, sondern einen Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit. Diese fällt von Norden nach Süden unterschiedlich stark aus. Während der Norden lediglich im Juli und August etwas häufiger Regen (etwa 400 mm pro Jahr) fällt, ist die Regenzeit im Süden und vor allem im Südwesten des Landes wesentlich stärker ausgeprägt (etwa 1.100 mm pro Jahr) und reicht von Juni bis Oktober. In Burkina ist es ganzjährig warm, wobei die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen von Süden nach Norden zunehmen. Nachts kühlt es oft stark ab, was gerade in den heißen Monaten sehr angenehm ist. Diese sind April und Mai, wo das Thermometer im Süden bis 40 ° und im Norden sogar bis 45 ° Celsius klettern kann. Die mildesten Monate sind von Juli bis September mit Temperaturen um die 30 ° Celsius. Als beste Reisezeit erweisen sich die Wintermonate, von Ende Oktober bis Anfang März.


Gesellschaft und Politik

In Burkina Faso leben knapp 17 Millionen Menschen, von denen die größte Volksgruppe die Mossi sind. Im Norden des Landes leben vor allem die Fulbe und die Tuareg, von denen viele als halbnomadische Viehbauern Ihren Lebensunterhalt bestreiten. Der Südwesten des Landes dagegen ist ethnisch wesentlich vielseitiger aufgestellt. Neben den Bobo, den Senufo, den Lobi und Bwaba leben hier auch zahlreiche kleinere Völker die oft unter dem Sammelbegriff Gurunsi zusammengefasst werden. Die französisch- und die libanesisch-stämmigen Minderheiten sind zwar zahlenmäßig sehr klein besitzen aber einen vergleichsweise hohen wirtschaftlichen Einfluss auf das Land. Die Hauptstadt Burkinas ist die Millionenstadt Ouagadougou. Daneben ist die zweitgrößte Stadt Bobo-Dioulasso im Südwesten eine weitere wichtige Metropole. Amtssprache ist Französisch und es gibt über 60 Nationalsprachen in Burkina Faso. Die wichtigsten Nationalsprachen sind Moré (Sprache der Mossi), Dioula, und Fulfulde (Sprache der Fulbe). Durch die niedrige Lebenserwartung und die hohe Geburtenrate, ist ein Großteil der Bevölkerung unter 15 Jahre. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung bekennen sich zum Islam und etwa 20 Prozent sind Christen, wobei die meisten davon katholischer Konfession sind. In Burkina haben sich die traditionellen lokalen Religionen bis heute stark gehalten, da gerade die Mossi sich dem Einfluss christlicher und islamischer Missionierung wiedersetzten. So glaubt etwa ein Sechstel der Burkinabé an indigene Gottheiten oder verehren ihre Ahnen auf religiöse Art. Angelehnt an das französische Vorbild hat Burkina ein Präsidialsystem. Seit Ende 2015 ist Paul Marc Kaboré das Staatsoberhaupt. Das Land ist bekannt für seine farbenfrohen und akrobatischen Maskenfeste, welche zu Beginn der Regenzeit, sowie im April oder Mai stattfinden. Eine weitere große Festlichkeit ist am Ende des Jahres das Fest der Großen Beerdigung, bei welchem die Verstorbenen des vergangenen Jahres geehrt werden.


Infrastruktur

Das Land verfügt über ca. 1.400 km gut ausgebautes Straßennetz, vor allem zwischen Ouagadougou und Bobo-Dioulasso. Abseits der Hauptverkehrswege sind die meisten Straßen nicht geteert und demnach in der Regenzeit meist so sehr überschwemmt, dass sie ohne Geländewagen kaum passierbar sind. Das Schienennetz in Burkina besteht nur aus wenigen Verbindungen. Von Ouagadougou bestehen dienstags, donnerstags und samstags wöchentlich Zugverbindungen nach Bobo-Dioulasso oder Koudougou. Die Strom- und Wasserversorgung ist insgesamt dürftig. In der Hauptstadt Ouagadougou ist die Versorgung seit dem Bau des Stausees Ziga besser. Ein weiterer Stausee, der Kompiengasee, ergänzt zusammen mit Brennanlagen und Importen aus dem Ausland die Stromversorgung für das gesamte Land. In ländlichen Gebieten wird punktuell auch Solarenergie, insbesondere an Krankenhäusern oder Schulen, verwendet. Das mobile Netz wird vielerorts stark genutzt und funktioniert sehr gut. Das Internet wird vor allem in größeren Städten durch Internetcafés, in ländlichen Gegenden hingegen vereinzelt durch Mobiltelefone, genutzt.


Sicherheit

Allgemein ist die Straßenkriminalität in Burkina Faso gering. Allerdings kommt es in der Hauptstadt Ouagadougou gelegentlich zu Diebstählen, vor allem bei Großveranstaltungen. Im gesamten Land sollten Sie Menschenansammlungen und Demonstrationen vermeiden. Da es vereinzelt zu Zwischenfällen kam, wird von Reisen in den Norden und in das Grenzgebiet zu Mali sowie Reisen in die Provinzen Houet und Comoe gewarnt. Zusätzlich sollten Sie sich bewusst sein, dass Burkina Faso ein Land mit einer anderen Kultur und Religion ist. Nehmen Sie daher Rücksicht auf die kulturelle Wertvorstellung Ihrer Gastgeber und versuchen Sie Verhalten, das als Provokation aufgefasst werden kann, zu vermeiden.

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