Was muss man über Benin wissen?

Benin ist ein tropisches Land, das an der westafrikanischen Atlantikküste liegt. Angrenzend an Burkina Faso und Niger im Norden, an Nigeria im Osten, den Golf von Guinea (auch Bucht von Benin genannt) im Süden und an Togo im Westen, gehört Benin zu den östlichsten der westafrikanischen Staaten.
Bis 1975 hieß das Land Dahomey nach dem gleichnamigen Volk, welches im 18 Jahrhundert durch seine Rolle im transatlantischen Sklavenhandel zu großer Macht kam. Zusammen mit dem heutigen Togo und Teilen Nigerias bildete Benin die sogenannte Sklavenküste. Die damalige Hauptstadt Abomey war einer der wichtigsten Häfen zu dieser Zeit.

Warum sollte ich mich für eine Reise nach Benin entscheiden?

Benin gilt als die Wiege der Voodoo-Kultur, deren Rituale, Traditionen und Feste bis heute lebendig sind, fernab von den westlichen Klischees und Missverständnissen, die Voodoo häufig mit schwarzer Magie verwechseln. Darüber hinaus war Benin das Zentrum des Königreichs Dahomey, bekannt für seine Amazonen, eine beeindruckende rein weibliche Elitekriegerinnentruppe, die heute weltweit fasziniert. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ihrer Reise könnte die Auseinandersetzung mit dem Sklavenhandel, dessen Spuren entlang der „Route des Esclaves“ in Ouidah noch sichtbar sind, sein.

Wo liegt Benin?

Benin liegt knapp über dem Äquator zwischen dem 6. und dem 12. nördlichen Breitengrad sowie dem 1. bis 4. östlichem Längengrad. Mit einer Fläche von circa 112.622 km2 nimmt es ungefähr ein Drittel der Gesamtfläche Deutschlands ein. Porto-Novo ist die Hauptstadt Benins und liegt im Südosten, nahe der Grenze zu Nigeria. Die größte Stadt ist allerdings die Metropole Cotonou, in der sich auch fast alle Regierungsinstitutionen befinden. Weitere größere Städte sind: Abomey-Calavi, Djougou und Parakou mit je mehr als 200.000 Einwohnern. Die nahezu geradlinig verlaufende Küstenlinie weist mit ihren 121 Kilometern hervorragende weite Sandstrände auf. Es schließt sich ein System aus Sümpfen, Lagunen, Flusstälern und Seen an, wie zum Beispiel dem Lac Nokué bei Cotonou, der häufig von den Lagunenfischern genutzt wird. (Die Lagunengewässer, die östlich verlaufen, erreichen nach circa 100 Kilometern das offene Meer bei Lagas, Nigeria.)

Im Nordwesten Benins erstreckt sich das einzige Gebirge des Landes – die Atakora Gebirgskette. Der höchste Punkt innerhalb dieser Kette ist der Berg Sok baro mit 658 Metern und liegt nahe an der Grenze zu Togo. Fokussiert man den Nord-Osten des Landes, findet man das Pendjari-Tiefland, in dem der berühmte Pendjari-Nationalpark liegt. Dieser wurde 1986 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt und ist von Elefanten, Geparden und vom Aussterben bedrohten Westafrikanischen Löwen beheimatet. Brandrodung und unkontrollierte Buschbrände bedrohen oft das ökologische Gleichgewicht - Benin liegt geografisch in der sogenannten „Dahomey-Senke“, ein fast waldfreier Savannen-Korridor und daher wirkt die anthropogene Waldverkleinerung umso dramatischer.

Ist Benin ein muslimisches Land?

Der Süden des Landes ist hauptsächlich christlich geprägt, während die Mehrheit der Menschen im Norden muslimischen Glaubens ist. Grundsätzlich gilt Benin aus religiöser Perspektive als ein sehr tolerantes Land. Dies liegt mitunter an der großen Vielfalt an vorhandenen Religionen, darunter auch beispielsweise Voodoo.

Wie ist das Klima in Benin?

Bedingt durch die Lage des Landes ist das Klima in Benin tropisch. Das heißt, es ist ganzjährig gleichbleibend warm mit geringen Temperaturschwankungen im Tages- und Jahresverlauf. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist vorherrschend und man kann ganzjährig von 26-30 ° C sprechen. Aufgrund der unterschiedlichen Regenzeiten lässt sich Benin in zwei Klimazonen einteilen: (1) Im Süden entlang der Küste existiert das tropisch-heiße subäquatoriale Klima mit zwei Trocken- und zwei Regenzeiten. Die Trockenperioden dauern von Dezember bis April und von Mitte Juli bis Mitte September. Daher bieten sich in diesen Zeiträumen gute Reisebedingungen, denn in dieser Zeit erreichen die Temperaturen um die 27 - 32 ° C. (2) Der Norden des Landes steht unter Einfluss der Sahelzone - hier ist nur eine Regenzeit von Anfang Juni bis September vorherrschend. Während der Trockenzeit von November bis Mai weht in dieser Region der sogenannte „Harmattan“, ein heißer Wind aus der Sahara, der große Mengen an Wüstensand und -staub mit sich führt. Zudem muss man im Norden mit hohen Temperaturschwankungen rechnen. So erreichen die Monate Juli und August die Durchschnittswerte von über 30 ° C, im März und April klettert das Thermometer auch gern mal auf 35 ° C. Doch in der Nacht kühlt es zwischen den Monaten April bis Oktober auf 20-25 ° C ab.

Wann ist die beste Reisezeit für Benin?

Die beste Reisezeit für Benin ist von Oktober bis Mai, denn in dieser Trockenzeit sind die Temperaturen angenehm und die Straßen gut befahrbar. Juli und September sollten Sie meiden, da die Hauptregenzeit starke Niederschläge und schlechte Straßenbedingungen mit sich bringt. Der August bildet eine Ausnahme mit einer kurzen Regenpause, sodass Reisen in diesem Monat mit etwas Flexibilität möglich ist.

Wie ist die Politik in Benin?

In Benin leben circa zehn Millionen Menschen, zwei Drittel davon auf etwa 15 % der Staatsfläche im Süden des Landes, vor allem in den Ballungsräumen Cotonou und Porto Novo. Die ungleich verteilte Bevölkerungsdichte wird einem verdeutlicht, je weiter man in den Norden reist, denn da ist das Land zunehmend dünner besiedelt. Die Bevölkerung setzt sich aus insgesamt 42 verschiedenen Ethnien zusammen. Neben zahlreichen lokalen Sprachen gilt Französisch als Amtssprache. Zu der größten Volksgruppe gehören die Fon, sie machen circa 40 % der Gesamtbevölkerung aus. Während der Norden des Landes muslimisch geprägt ist, trifft man im bevölkerungsreicheren Süden auf Christen , die mit etwa 43,3 % die am weitesten verbreitete Religion in Benin darstellen. Zudem wird die als älteste geltende Religion der Welt -Voodoo- in Benin sehr aktiv praktiziert. Der Durchschnitt der Bevölkerung ist sehr jung – 43 % sind jünger als 15 und nur lediglich drei Prozent sind älter als 64 Jahre.
Am 1. August 1960 erlangt Benin die Unabhängigkeit und seit 1.04.1991 ist eine Präsidialdemokratie mit einem Einkammer-Parlament als Staats- und Regierungsform vorherrschend. Patrice Talon ist das Staatsoberhaupt des Landes.

Wie ist die Infrastruktur in Benin?

Das Land verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz in nordsüdlicher Ausstreckung. Aufgrund des Hafens in Cotonou wird eine große Anzahl von Gütern ins Land geliefert, die über diese Straßen nach Burkina Faso, Mali oder Niger transportiert werden. Abseits der Haupttransportwege sind die meisten Straßen nicht geteert und demnach in der Regenzeit meist so sehr überschwemmt, dass sie ohne Geländewagen kaum passierbar sind.

Benötige ich für meine Benin-Reise ein Visum?

Ja, für die Einreise nach Benin benötigen die meisten internationalen Besucher ein Visum. Dieses muss vorab online in Eigenregie als eVisa beantragt werden. Wir empfehlen, das Visum ca. einen Monat vor der Einreise zu beantragen, um Wartezeiten und mögliche Komplikationen zu vermeiden, stehen bei Fragen aber immer an iherer Seite.

Wie sicher ist Benin?

Allgemein hält sich die Straßenkriminalität in Benin in Grenzen. Jedoch kann es nach Einbruch der Dunkelheit oder auf unbeleuchteten Straßen zu Überfällen oder Diebstählen kommen. Im Norden des Landes wurden einige Raubüberfälle gemeldet, seien Sie daher bei Reisen in die nördliche Region besonders behutsam und vermeiden Sie Nachtfahrten. Des Weiteren raten wir Ihnen auf die Mitnahme oder Tragen für Sie wertvoller Gegenstände ab. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass erhöhte Vorsicht beim Straßenverkehr gelten sollte. Die Beschaffenheit der Straßen sowie der technische Stand vieler Verkehrsmittel können eine erhöhte Unfallgefahr darstellen. Es wird empfohlen bei Fahrten mit dem sogenannten Motorradtaxi „Zemidjari“ einen Schutzhelm zu tragen. Außerdem raten wir von nächtlichen Überlandfahren, auch für die Strecke Cotonou – Porto Novo, aufgrund der besonders hohen Unfallgefahr als auch der Überfallgefahr dringend ab. Des Weiteren sollten Sie sich bewusstmachen, dass Sie in einem Land mit einer anderen Kultur und Religion reisen. Daher bitten wir Sie, auf kulturellen Wertvorstellungen Ihrer Gastgeber Rücksicht zu nehmen und Verhalten, das als Provokation aufgefasst werden kann, zu vermeiden.

Ist es sicher, nach Benin zu reisen?

Das kulturreiche Land gilt allgemein als sicher. Dennoch gibt es, wie in vielen afrikanischen Ländern, gewisse Risiken: In Städten ist eine gewisse Umsicht im Umgang mit Wertsachen ratsam, und auch gesundheitliche Vorsorge ist wichtig. Aufgrund der instabilen Sicherheitslage im Nachbarland Burkina Faso und der damit einhergehenden erhöhten Kriminalität in Grenznähe organisieren wir keine Reisen nördlich von Natitingou.

Gibt es Impfungen, die für eine Benin-Reise vorgeschrieben sind?

Eine Gelbfieberimpfung ist für alle Personen ab dem Alter von 9 Monaten zur Einreise vorgeschrieben. Für weitere empfohlene Impfungen ist es sinnvoll, sich bei einem tropenmedizinischen Institut in Ihrer Nähe beraten zu lassen.

Sollte ich für meine Benin-Reise Medikamente gegen Malaria nehmen?

Malaria spielt in allen unseren Westafrika-Destinationen eine Rolle und ist ein Thema, das in der Reiseplanung beachtet werden sollte. Die Mücken, welche Malaria übertragen, kommen besonders in Küstennähe vor. Bitte beachten Sie, dass wir an dieser Stelle nur allgemeine Empfehlungen aussprechen können – die Entscheidung für oder gegen eine Malaria-Prophylaxe ist sehr persönlich und sollte individuell unter medizinischer Beratung getroffen werden.

Einreiseinformationen

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